Was tun nach dem Schulabschluss?

Freuen sich über die informative Veranstaltung (Von links nach rechts: Thomas Hermann (FDP), Manfred Lippick (Kreishandwerksmeister), Andreas Kühne (Arbeistsagentur), Rainer Knoppe (IHK)) Bild Schäpertöns

Was tun nach dem Schulabschluss?

Mit einer Informationsveranstaltung hat die FDP Gifhorn den Eltern und Schülern Ende Juni eine Hilfestellung bei dieser Entscheidung angeboten. Sie fand im Café des Wasserturms in Gifhorn statt.  Das Motto : „Ausbildung lohnt sich!“ lässt schon erkennen, dass die Zielgruppe die eher Unentschlossenen sind, die anstelle einer weiteren schulischen/universitären Ausbildung auch eine gewerbliche oder kaufmännische Ausbildung in Erwägung ziehen.

Für die Veranstaltung konnte Thomas Hermann von der FDP kompetente Referenten gewinnen. Sie haben Hinweise aus den Blickwinkeln ihrer Institutionen geben: Herr Rainer Knoppe, Teamleiter Ausbildungsberatung der IHK Lüneburg/Wolfsburg, Herr Manfred Lippick, Kreishandwerksmeister der Handwerkskammer Braunschweig-Gifhorn und Peine aus Gifhorn sowie Andreas Kühne, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Helmstedt.

Herr Kühne stellt einen „Bewerbermarkt“ fest, bei dem Ausbildungsstellen und Bewerber quantitativ gleich viel sind. Trotzdem sind die Bewerbungsresultate individuell sehr unterschiedlich: Der eine erhält 10 Zusagen und der andere 50 Absagen. Herr Knoppe berichtet, dass die IHK mit drei Vollzeitkräften die Schulen besucht, um dort über die Möglichkeiten der Ausbildung zu informieren und zusätzlich wurden ca. 300 Auszubildende geschult, um als „Ausbildungsbotschafter“ Jugendliche fachkundig informieren zu können.

Die Frage der Übernahme zum Ausbildungsende wird teilweise bereits im Ausbildungsvertrag festgelegt, aber Herr Lippick beobachtet, dass sich die Gesellen aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Die Betriebe wollen ihre gut ausgebildeten Mitarbeiter in der Regel weiterbeschäftigen.

In vielen handwerklichen Berufen stellt sich die Zukunftsfrage nicht: Bäcker, Fleischer, Müller und Bauberufe werden auch in Zukunft immer gebraucht, ebenso wie Mechaniker – auch für E-Autos.

Zur Vergütung berichtet Herr Lippick, dass im Handwerk häufig über Tarif bezahlt werde und die Ausbildungsvergütungen sind bereits in der Praxis höher, als zum Thema „Mindestvergütung“ diskutiert wird. Im Bauhauptgewerbe werden die höchsten Vergütungen bezahlt.

Herr Knoppe von der IHK empfiehlt den Schülern, vor ihrer Entscheidung ein Praktikum (mindestens eine Woche) im gewählten Beruf zu machen, damit die Ausbildung dann ohne Abbruch durchgeführt werden kann. Auch kann ein Praktikum bei mäßigen Schulnoten eine gegenseitige Wertschätzung aufbauen, die zum Ausbildungsvertrag führen kann.

Eine Berufswahl  bedeutet, dass Fähigkeiten und Anforderungen abzugleichen sind, besonders die Schwerpunkte praktische Fähigkeiten und theoretische Anforderungen in der Ausbildung. Ein Elektriker muss z.B. auch viel Theorie beherrschen.

Zur Unterstützung bei der Selbsteinschätzung verweist Herr Kühne auf die online-Angebote der Arbeitsagentur hin (https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung-oder-studium), wo auch ein „Selbsterkundungstool“ zur Verfügung steht.

Die finanzielle Bilanz der Ausbildungswege Schule-Abi-Studium und Schule-Ausbildung-Meister spricht meistens für den Weg über die Ausbildung: Es werden früh praktische Erfahrungen gesammelt und im europäischen Qualifikationsrahmen sind Bachelor und Meister auf demselben Niveau. Außerdem verfügen die Jugendlichen in der Ausbildung über eigenes Geld und werden befähigt, weiteres hinzuzuverdienen, während der Abiturient nur als „Ungelernter“ jobben kann. Ein Geselle hat nach spätestens 3 Jahren Berufserfahrung die Fachhochschulreife und kann dann auch noch studieren.

Die Ausbildung zum Meister (mit Bafög-Unterstützung) dauert ca. 1,5 Jahre in Vollzeit oder 2,5 Jahre berufsbegleitend, auch an Samstagen.

Die Arbeitsagentur wird daher den Berufsvorbereitungsunterricht auch in den Gymnasien einführen, um dort auf die Chancen der Ausbildung hinzuweisen.

Weitere Chancen in der Selbstständigkeit bieten ca. 500.000 Betriebe in Deutschland, die einen Nachfolger mit Ausbildungsbefähigung (Meister) suchen.

Insgesamt zeichnen alle Referenten ein positives Bild für die Ausbildung und Thomas Hermann von der FDP bedankt sich abschließend mit einem kleinen Präsent bei den Referenten. Die Veranstaltung im klimatisierten Café des Wasserturms in Gifhorn war bei heißem Wetter nicht ausgebucht und bot den Teilnehmern die Gelegenheit, die kompetenten Referenten zu befragen.